Warum scheitert ein Drittel aller Gründungen?

Etwa 380.000 Existenzgründungen gibt es in Deutschland pro Jahr. Mindestens 30 Prozent dieser Gründungen scheitert jedoch bereits in den ersten vier Jahren. Manche Untersuchungen gehen von einer noch viel höheren Zahl aus. Aber was sind die wichtigsten Gründe dafür? Was können Sie also tun um zu den erfolgreichen Gründern zu gehören?

Die 6 wichtigsten Ursachen, warum Gründer und Start-Ups scheitern

Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen warum junge Unternehmen nicht den erhofften Erfolg haben. Wir nennen Ihnen hier die wichtigsten:

Ente kopfüber

1. Die Nachfrage wird falsch eingeschätzt

Eine gute Idee ist nicht alles! In der Regel müssen die Kunden das neue Angebot erst kennenlernen, es ausprobieren, dann mögen, positiv bewerten und möglicherweise mehrmals wieder kaufen bevor man mit Ihnen wirklich Geld verdienen kann. Das kann dauern und es braucht einige Anstrengung um die Menschen zu überzeugen. Viele junge Unternehmen unterschätzen die Länge der Reise, die ein Kunde zurücklegt, bis er erstmals kauft und letztendlich zum wertvollen Stammkunden wird.

Dazu kommt noch der Wettbewerb. Unzählige Angebote konkurrieren um die knappen Budgets der Nachfrager. Und dabei geht es nicht nur um die direkten Wettbewerbsangebote sondern auch um die vielen anderen Möglichkeiten, sein Geld auszugeben. Überschätzen Sie also nicht die Nachfrage und unterschätzen Sie nicht Ihre Konkurrenz!

2. Das Geld geht aus

Viele Jungunternehmer unterschätzen ihren kurfristigen Kapitalbedarf. Probleme gibt es dann, wenn der Businessplan zu optimistisch ist oder die Kunden nur schleppend zahlen. Um gewappnet zu sein, ist eine solide Finanzierung erforderlich. Berücksichtigen Sie dabei, dass die Gründungs- und Markterschließungsphase länger dauern kann als ursprünglich angenommen. Planen Sie Zeit zum Testen Ihrer Produkte und Leistungen ein. Rechnen Sie mit Rückschlägen! Wenn Sie einen Businessplan erstellen, der verschiedene Szenarien aufzeigt bekommen Sie ein gutes Gefühl dafür, wo die Gefahren für Ihr Vorhaben lauern und können entsprechend vorbeugen.

3. Das Management funtioniert nicht

Auch ein Startup benötigt ein durchdachtes Projekt- und Zeitmanagement. Viele Aufgaben sind in recht kurzer Zeit zu erledigen. Dabei können junge Unternehmen und Existenzgründer nicht aus dem Vollen schöpfen. Sie haben nur begrenzte finanzielle und personelle Mittel zur Verfügung. Während in der ganz frühen Phase alle Entscheidungen gemeinsam getroffen werden ist es schon bald notwendig eine funktionierende Arbeitsteilung zu etablieren. Das braucht nicht nur viel Überblick sondern kann auch für Spannungen im Team sorgen. Versäumen Sie daher nicht den richtigen Zeitpunkt um wichtige interne Regeln zu definieren und halten Sie vor allem rund um die Buchhaltung immer Ordnung.

4. Es fehlt an Erfahrung und wichtigen Fähigkeiten

An der rein fachlichen Qualifikation mangelt es Gründern und Gründungsteams nur selten. Mindestens genauso wichtig sind aber strategisches, kaufmännisches und unternehmerisches Wissen. Ein Unternehmen zu führen und zu entwickeln benötigt eine Menge Praxiswissen. Was nutzt die schönste Planung wenn sie sich nicht auf das Tagesgeschäft übertragen lässt? Das gilt für viele Unternehmensbereiche. Früher oder später müssen Organisationsstrukturen geschaffen werden und mitwachsen. Die Anforderungen daran werden oft unterschätzt und Fehler kosten bares Geld. Überlegen Sie also genau, ob Sie alle Kompetenzen an Bord haben. Wenn nötig können Sie externe Fachleute hinzuziehen.

5. Planung und Kalkulation stimmen nicht

Eine gute Planung ist durch nichts zu ersetzen. Gleiches gilt für eine saubere Kalkulation. Kosten und Erlöse müssen oft unter großer Unsicherheit berechnet und geplant werden. Diese Abschätzungen bilden die Grundlage für fast alle wichtigen Entscheidungen. Fehlplanungen im Businessplan können fatale Folgen haben. Nehmen Sie sich also ausreichend Zeit um gut durchdachte Pläne zu entwickeln. Suchen Sie sich Sparringspartner mit denen Sie die wichtigsten Elemente diskutieren können. Denken Sie daran, dass die Pläne regelmäßig aktualisiert werden müssen und sorgen sie dafür dass die so gemachten Vorgaben eingehalten werden.

6. Das Geschäftsmodell fehlt

Das Produkt stimmt. Die Marktteilnehmer zeigen Interesse und geben positive Rückmeldung. Die ersten Pilotprojekte laufen gut und die Tester freuen sich über den Mehrwert. Trotzdem bleibt die Kasse leer. Das liegt oft am fehlenden oder falschen Geschäftsmodell. Die Rasierklinge die nicht stumpf wird oder die Nylonstrumpfhose die ewig hält sind technisch schon lange möglich. Dennoch gibt es sie nicht oder kaum zu kaufen. Diese Produkte haben Schwierigkeiten mit dem Geschäftsmodell da Sie fest etabliertes Business gefährden würden. Solche und ähnliche Beispiele gibt es viele. Überprüfen Sie genau, ob Ihre Idee  vom Markt aufgenommen wird, wer profitiert und wie dafür bezahlt werden wird.